Das Messer ist wohl in allen Kulturen der Welt zu finden. Schon der Steinzeitmensch benötigte ein Schneidewerkzeug. Das Fell von erlegten Tieren musste entfernt werden, die Tiere mussten ausgenommen werden. Er musste sich allerdings mit einer scharfen Steinklinge begnügen, die er durch Spalten von Steinen geschaffen hat.
In einer Dokumentation im Fernsehen über ein Urvolk hat man gezeigt, dass ein Mann dieses Volkes vor wenigen Jahren noch mit einer Steinklinge ein Tier zerlegt hat, vielleicht hat ihm jemand ein gutes Messer geschenkt. Von Archäologen wurden viele solcher „Steinklingen“ gefunden, häufig am Essenzubereitungsplatz. Die ersten Messer mit einer Metallklinge waren Messer, Werkzeug und Waffe zugleich. Bis zum Essbesteck und dem Messer mit einem bestimmten Verwendungszweck war noch ein weiter Weg.
Heute sind Messer nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Es gibt Messer in vielen Qualitäten, für viele Verwendungszwecke. Es gibt das robuste Messer, das als Werkzeug benutzt wird. Es gibt das Messer, mit dem in der Küche gearbeitet wird. Es gibt den gefüllten Besteckkasten, auf den die Hausfrau stolz ist.
Die Klingen der heute produzierten Messer sind aus Stahl, aber auch andere Werkstoffe finden Verwendung. In nur wenigen unserer Haushalte findet man hochwertige Messer; Messer wie sie der Metzger oder der Berufskoch sein Eigen nennt. Die Messer für den professionellen Bereich sind, da die Produktion sehr aufwändig ist und nur hochwertige Materialien Verwendung finden, sehr teuer. Nur wenige Hausfrauen und Hobbyköche erkennen, dass diese Messer bei guter Pflege lange halten und eine Anschaffung fürs Leben ist. Und was auch wichtig ist, es macht Freude damit zu schneiden.
Mit ganz schlechten Messern haben wir in Amerika Erfahrungen gemacht. Wir verbringen dort 2 bis 3 Monate pro Jahr. In jedem Haus steht in der Küche ein Messerblock, bestückt mit sechs Steakmessern, einem Brotmesser, einem Fleischmesser und einem Messer zum Putzen von Gemüse usw. Die Qualität der Messer ist sehr schlecht. Ein gerader Schnitt ist nicht möglich, das Messer bestimmt die Richtung. Eine Karotte längs durchzuschneiden, wird zum Glücksspiel. Das Fleischmesser ist stumpf.
Wir haben uns „Mittelklassemesser“ aus Deutschland mitgebracht. Auch ein Essbesteck haben wir mitgebracht; mit dem vorhandenen Blechbesteck schmeckte uns das beste Steak nicht.
Unser Sohn, der den Internetshop Gabelerie betreibt, verkauft hochwertige Messer, hochwertiges Besteck und vieles was mit Küche, Besteck und Messer zu tun hat. Er hat mich in vielen Gesprächen aufgeklärt, dass es sich lohnt, sich gute Qualität anzuschaffen, aber dass auch der sorgfältige Umgang mit diesen „Werkzeugen“ lange Zeit Freude garantiert.
Die Messer sollten nach dem Gebrauch schnellstens gereinigt werden, speziell nachdem säurehaltige Lebensmittel geschnitten wurden. In die Spülmaschine gehören diese Artikel nicht. Auch eine sorgfältige Aufbewahrung ist wichtig, um lange Freude an diesen Artikeln zu haben. Küchenmesser gehören in einen Messerblock oder an eine Magnetleiste. Die lose Aufbewahrung von Küchenmessern und Besteck in einer Schublade lassen diese bald unansehnlich aussehen. Außerdem ist die lose Aufbewahrung in einer Schublade der Feind aller scharfen Klingen, viel zu leicht können diese beschädigt werden. Für alles gibt es geeignete Aufbewahrungssysteme.
Rolf Mühlenrock, Lehigh Acres, Florida